Vereinsgeschichte

Der Verein FREUNDE des NHM Wien wurde 1923 auf Anregung von Albert Mensdorff-Pouilly-Dietrichstein mit der Zielsetzung gegründet, das Museum mit zusätzlichen Geldmitteln zu unterstützen. Der erste Kassier - damals "Schatzmeister" - des Vereins war Louis Rothschild. Staatliche Subventionen waren nach dem Ende der Monarchie gestrichen. Mit Vereinshilfe konnten zunächst die nötigsten Bücher für die Bibliothek angeschafft werden. Weiters wurden dem Museum einige beachtliche Privatsammlungen geschenkt. In dieser Zeit wurde auch der wertvolle Meteorit von Lanzenkirchen (Saal 5) angekauft. Eine Vitrine mit Vogeleiern, 1923 erworben, ist noch heute im Saal 32 zu sehen. Kaffeekränzchen und Tabakwerbung dienten damals der Geldbeschaffung. 1938 wurde der Verein zwangsweise aufgelöst und die restlichen Geldmittel statutengemäß dem Museum überantwortet.

Erst 1963 wurde der "Verein der Freunde des Naturhistorischen Museums" über Initiative von Ministerialrat Dr. Carl Blaha wieder ins Leben gerufen, wodurch dem Museum zusätzliche Geldmittel des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung zugeführt werden konnten. Carl Blaha wurde für seine Verdienste 1978 mit der Ferdinand von Hochstetter-Medaille geehrt. Diese höchste Auszeichnung wurde 1976 vom damaligen Direktor Friedrich Bachmayer gemeinsam mit dem damaligen Präsidenten der FREUNDE des NHM Wien, Hermann Anders geschaffen.

Während bis 1938 die Unterstützung durch die "Freunde des NHMW" vor allem in der Anschaffung von Büchern für die Bibliothek bestand, verlagerte sich der Schwerpunkt später mehr und mehr auf die Förderung von Forschungsprojekten, den Ankauf wertvoller Exponate sowie die Finanzierung von wissenschaftlichen Druckwerken. Von 1963 - 2004 stellten die FREUNDE des NHM Wien mehrere Fahrzeuge zur Verfügung, die für zahlreiche Forschungsreisen sowie für Transporte und für Fahrten zu Objektbergungen, Ausgrabungen etc. eingesetzt wurden.

Immer wieder haben die FREUNDE des NHM Wien wissenschaftlich wertvolle Sammlungen für das Museum und damit auch für Österreich angekauft. Für Ankäufe, die das Budget der "Freunde" überschritten, wurden die Mitglieder wiederholt zu Spenden aufgerufen. So konnten z.B. ein Plesiosaurier (1991), das Messelpferd (1993), ein Rhamphorhynchus (1998), ein Mosasaurier (2003), das Modell eines Eiszeitlichen Jägers (2003) und das Modell einer Portugiesischen Galeere (2003) angekauft werden. Die mit fast 7 Millionen ATS bislang teuerste Anschaffung (1988) war die Meteoritensammlung Huss (Saal 5).

Als weiterer Schwerpunkt wurde die gezielte Information unserer Mitglieder sukzessive ausgebaut: Seit 1976 wird regelmäßig das Monatsprogramm an die Mitglieder ausgesandt. Ab 1999 wurde über Initiative der Freunde ein vierteljährlich erscheinendes Magazin "Das Naturhistorische" (Auflage 4000) herausgebracht, das von 2002 bis 2019 gemeinsam mit dem Universum Magazin (Auflage 40.000) erschienen ist. 1972 wurde ein umfangreiches Exkursionsprogramm gestartet. Bis 2010 wurden über 100 Exkursionen veranstaltet. Über Vorträge und Führungen wird das wissenschaftliche Spektrum des Hauses einer breiteren Öffentlichkeit vermittelt. Die Zufriedenheit unserer Mitglieder wurde 1999 durch die Ergebnisse einer umfassenden Befragung bestätigt. Sie äußert sich bis heute auch an der regen Beteiligung an unseren Veranstaltungen.

1982 errichteten die FREUNDE des NHM Wien den ersten Museums-Shop in der Eingangshalle des NHM Wien. Aus Pachtvertrag und Umsatz resultierten über 10 Jahre jährliche Einnahmen von ca. 25.000 ATS, die über das Budget der FREUNDE des NHM Wien dem Museum zugeführt wurden. Mittlerweile wird der Museums-Shop vom NHM Wien erfolgreich fortgeführt.

Auf dem baulichen Sektor konnte dank einer Initiative der FREUNDE des NHM Wien der Tiefspeicher (1991) errichtet werden: Eine gemeinsame Audienz von Direktor Paget und Präsident Anders beim damaligen Wirtschaftsminister Robert Graf legte dazu den Grundstein. Nach der Verleihung der Hochstetter-Medaille an die Österreichischen Salinen als Anerkennung für die jahrzehntelange Kooperation (1989) konnte Generaldirektor Dr. Gerhard Knezicek als Präsident der FREUNDE des NHM Wien gewonnen werden. Nach dessen frühzeitigem Ableben führte bis 2012 der Juwelier Gerhard Ellert als Präsident den Vorsitz im Vorstand der FREUNDE des NHM Wien. 2012 wurde Dr. Joachim Meyer als Präsident der Freunde des NHM kooptiert.

Die Präsidenten der FREUNDE des NHM Wien seit 1963

  • Georg Thurn - Valsassina (1963 - 1967)
  • Rudolf Gräf, Geschäftsmann (1967 - 1972)
  • Dr. Hermann Anders, Geschäftsmann (1972 - 1992)
  • Dr. Gerhard Knezicek, Gen.Dir. der Österreichischen Salinen (1992 - 1999)
  • Gerhard Ellert, Geschäftsmann (2000 - 2012)
  • Dr. Joachim Meyer, Senior Vice President von BASF (2012 - 2016)
  • Dipl.-Ing. Harald Pflanzl (seit 2016)

1998 feierten die FREUNDE des NHM Wien ihr 75 jähriges Jubiläum. Der Wiener Bürgermeister Dr. Michael Häupl und Frau Bundesminister Elisabeth Gehrer übergaben dem Museum zu diesem Anlass zwei wertvolle Saurierskelette aus der Mongolei (Saal 8). Die FREUNDE des NHM Wien spendeten dem Haus zur 250 Jahr Feier der Sammlungen (1748 - 1998) den Flugsaurier Rhamphorhynchus (Saal 8).

2003 wurde das NHM WIen in die Teilrechtsfähigkeit überführt; seither ist die finazielle Unterstützung durch die FREUNDE des NHM Wien wichtiger denn je.

2004 wurde ein Vereinssekretariat eingerichtet, Herr Helmut Pristacz betreut unsere Mitglieder bei den Beitrittsanmeldungen, überprüft die Einzahlung der Mitgliedsbeiträge und ist für die Exkursionsanmeldungen zuständig.

2000 wurde die Homepage der FREUNDE des NHM Wien eingerichtet. Hier werden die FREUNDE des NHM Wien über aktuelle Veranstaltungen und Vereinsangelegenheiten informiert sowie Interessenten auf unsere Aktivitäten aufmerksam gemacht. Die Homepage soll jedoch nicht zuletzt der Kommunikation zwischen den Mitgliedern einerseits und den Funktionären und Organisatoren andrerseits dienen.

2013 feierten die FREUNDE des NHM Wien das 90-jährige Jubiläum. Aus diesem Anlass wurde eine Broschüre "90 Jahre Freunde des Naturhistorischen Museums" (Autor: H. Summesberger) mit Leistungsverzeichnis und historischem Überblick aufgelegt. Ebenfalls 2013 wurde  erstmals der Carl von Schreibers Preis für junge Wissenschaftler/innen aus dem Bereich des NHM Wien vergeben.