"Fossilienwelt Weinviertel" entsteht auf dem Teiritzberg (2007)

Fossilienwelt Weinviertel - Begegnung mit einem dramatischen Stück Erdgeschichte

Die Freunde unterstützen eine Grabungskampagne des NHMW im Korneuburger Becken. Auf dem Teiritzberg in Stetten schlummert ein 17 Millionen Jahre altes Austernriff. Weltweit ist diese Fossillagerstätte einzigartig und stellt das heute wohl am besten wissenschaftlich bearbeitete und dokumentierte Becken der Welt dar, das jede Menge erdgeschichtlicher Superlative birgt: die größte fossile Perle - das größte fossile Austernriff - die längste Riesenauster - den ältesten Gangesdelphin - die letzten europäischen Alligatoren…

Die gewaltige Vielfalt erlaubt eine äußerst detaillierte Rekonstruktion des Lebensraumes: Vor 16,5 Millionen Jahren, im frühen Miozän, war das Korneuburger Becken Teil einer lang gestreckten Flussmündung, in die ein tropisches Meer weit hineinreichte.

Mit einem völlig neuen, ambitionierten Ausstellungskonzept soll die Begegnung mit diesem dramatischen Stück Erdgeschichte interessierten Besuchern in einem Themenpark dauerhaft zugänglich zu machen.

Teiritzberg 01

 

Das Korneuburger Becken vor etwa 16,5 Millionen Jahren. Sümpfe, Insellandschaften, Altarme und schlammige Küstenstreifen kennzeichneten den Lebensraum. Zwei Hügelketten aus Flyschsandstein, die mit dichtem Tropenwald bedeckt waren, bildeten die Begrenzung. Während Nashörner, Elefanten, Flughunde und Hirschferkel die Regenwälder durchstreiften, lagen an den Ufern Alligatoren auf der Lauer. Delphine und Haie machten Jagd auf die zahlreichen Fische; träge Seekühe weideten in den Seegraswiesen des seichten Meeres.

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"Spatenstich" für die Themenwelt "Fossilienwelt Weinviertel"

 

Fossilienwelt Weinviertel

Die Austernbank von Stetten mit ihren zehntausenden riesigen fossilen Austern wird mit Hilfe von insgesamt über 100 Freiwilligen - viele davon Mitglieder der "Freunde des Naturhistorischen Museums" - der Mittelpunkt eines neuen Museums werden. Die "Freunde" sind mit einer namhaften Subvention beteiligt. Eröffnung 2009.

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Probeserie zur wissenschaftlichen Untersuchung der Sedimente von Stetten

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Freiwillige Mitarbeiter beim Freilegen der Austernbank von Stetten bei Korneuburg. Dr. Harzhauser, Leiter des Unternehmens hält sich im Hintergrund.

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Freiwillige an der Arbeit - auch Kinder haben sich gemeldet.

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...auch in Stetten selten: eine doppelklappige Riesenauster

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Die Riesenmiesmuschel Perna aquitanica, sowie zahlreiche andere Muscheln, auch Schnecken, Haifischzähne etc. finden sich zwischen den Austern. Die Muscheln sind nicht in Lebensstellung sondern offenbar von einem Tsunami vor 17 Millionen Jahren aus ihrem ursprünglichen Biotop losgerissen und zu einem gewaltigen Spülsaum zusammen geschwemmt.

Die Freilegung wurde am 31. Juli 2008 abgeschlossen. Bereits fertig ist die Überdachung der Fundstelle. Derzeit wird an der Infrastruktur gearbeitet. Die jahrzehntelange Vorarbeit des Vereins der Freunde der Mineralien und Fossilien mit Sitz in Korneuburg unter der Leitung von Dr. Sovis, die wissenschaftliche und grabungstechnische Arbeit des Naturhistorischen Museums unter Leitung von Dr. Harzhauser, die großzügige Förderung durch das Land Niederösterreich und die Gemeinde Stetten, nicht zuletzt die in unserem Rahmen beträchtliche Förderung mit € 50.000,- durch die "Freunde des NHMW" lassen ein Museumsprojekt entstehen, das bereits vor Fertigstellung in den Medien regen Widerhall findet.

 

 

 

 

 

 

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