Persischer Türkis für die Edelsteinsammlung (2008)

Über eine Auktion des Dorotheums in Wien konnten die Freunde des Naturhistorischen Museums im heurigen Jahr aus Wiener Privatbesitz einen verzierten persischen Türkis ersteigern, der ein Pendant zu jenem Türkistalisman darstellt, den der Türkisschleifer und Kaufmann Mehdi Gassem aus Meshed (heute Masshad, Provinz Khorasan, Iran) Kaiser Franz Joseph, anlässlich dessen 80. Geburtstages, gewidmet hatte.

Im Saal IV, dem Edelsteinsaal, sind in der Seitenvitrine 121 einige ganz besondere Objekte aufbewahrt, darunter jener prachtvolle, himmelblaue, bearbeitete Türkis, von seltener Größe und Schönheit. Die reich verzierte Goldeinfassung, die in einer Reihe mit kleineren Türkisen besetzten Medaillons die Initialen des Kaisers, das persische Wappen und die Jahreszahlen 1914 und 1915 und in erhabenem Schriftzug einen vom Künstler verfassten Vierzeiler trägt, wird von der Kaiserkrone überragt.

Mehdi Gassem hatte damals offenbar noch mehrere Stücke in Wien in Umlauf gebracht. Denn etwa zur gleichen Zeit erhielt eine Wiener Hemden-Schneiderei mit Sitz in der Joanelligasse im 6. Wiener Gemeindebezirk in Dank und Anerkennung einen etwa halb so großen, wenn auch nicht so prachtvoll gefassten, aber dennoch ähnlich verzierten Türkis, der an der Rückseite die Aufschrift „No. 2“ trägt. Mehdi Gassem und angeblich auch der Schah von Persien, ließen hier Schneiderarbeiten durchführen. Bereits vor einigen Jahren wurde der Türkis von den betagten Schneiderinnen an einen Wiener Mineraliensammler weitergereicht. Aus diesem Besitz gelangte das Objekt nun zu einer Versteigerung.

Tuerkis 2008

 

Gegenstück zum Geschenk des persischen Kaufmanns Mehdi Gassem an den Kaiser Franz Joseph, erworben 2008 durch die Freunde des Naturhistorischen Museums, ausgestellt in der Vitrine 121 des Edelsteinsaals (Sall IV, NHMW).