Freunde des Naturhistorischen Museum Wien
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Ankäufe und Subventionen

Die Aktivitäten der "Freunde" sind vielfältig: Wir kaufen wissenschaftliche Sammlungen und hervorragende Schaustücke für das Museum. Wir finanzieren Forschungsreisen sowie wissenschaftliche und populäre Veröffentlichungen (Anfragen bezüglich Kaufpreise erhalten Sie bei der Jahreshauptversammlung). Wir veranstalten für unsere Mitglieder Vorträge, Ausstellungen und Exkursionen. Wir bieten Information und gelegentlich auch ein geselliges Ereignis wie eine Ausstellungseröffnung oder die Präsentation eines spektakulären neuen Ausstellungsstückes.

Wir legen beim Ankauf von Objekten besonderen Wert darauf, dass das Material zur weiteren wissenschaftlichen Arbeit genutzt werden kann. Viele der derzeit am Museum durchgeführten Forschungsarbeiten können nicht an Schauobjekten durchgeführt werden, sondern basieren auf der Vielfalt der einzelnen "Ladensammlungen", die sich hinter den Kulissen befinden. Unseren Mitgliedern bieten wir in Form von Spezialführungen immer wieder die Möglichkeit, sich von der Reichhaltigkeit und vom Umfang unserer Sammlungen sowie der wissenschaftlichen Arbeit zu überzeugen.

Ein besonderes Anliegen des Vereins ist es, die Forschungstätigkeit der Mitarbeiter zu unterstützen. Dies geschieht in Form von:

  • Druckkostensubventionen

  • Subventionen für Forschungsreisen und Forschungsprojekte

(Förderrichtlinien zum Download)



Ankauf einer wertvollen Sammlung von Vogelbälgen durch die Freunde des NHM

Die Freunde des NHM haben die seltene Gelegenheit ergriffen eine reichhaltige Kollektion außergewöhnlicher Vogelbälge für die wissenschaftliche Sammlung des NHM zu erwerben. Die mehr als 300 Belege wurden zwischen 1925-1939 von Herrn Ing. Jerabek in Ost-, Südostasien und in Australasien (China, Indonesien, Philippinen, Neuguinea), in Zentralafrika (Kongo), Madagaskar und Südamerika (Paraguay) gesammelt. Die Bälge sind ausgezeichnet präpariert, in einem hervorragendem Erhaltungszustand und verfügen über eine erstklassige Datengrundlage. Die wertvolle Kollektion setzt sich aus insgesamt 220 Arten bzw. Unterarten aus 58 verschiedenen Vogelfamilien zusammen. Etwa ein Drittel der Arten ist völlig neu für die Sammlung und enthält einen beträchtlichen Anteil heute schon seltener und in ihrem Bestand bedrohter oder bereits ausgestorbener Taxa.

Diese großzügige Spende der Freunde des NHM ist eine bedeutsame Ergänzung und Vervollständigung der wissenschaftlichen Vogelsammlung des NHM.



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Ankauf einer umfangreichen Schlangensammlung

Anfang des Jahres 2013 kaufte der Verein der Freunde des Naturhistorischen Museums eine umfangreiche private Schlangensammlung für die Herpetologische Sammlung (1. Zoologische Abteilung, NHM Wien) an. Es handelte sich dabei um in Alkohol konservierte Schlangen, hauptsächlich aus S- und SO-Asien bzw. China. Das Material stammt aus der Privatsammlung der bekannten deutschen Schlangenforschers Gernot Vogel (Society for Southeast Asian Herpetology), der sein umfangreiches Forschungsmaterial in namhaften Museumssammlungen sicher deponiert und der wissenschaftlichen Gemeinschaft allgemein zugänglich gemacht wissen möchte. Zahlreiche Exemplare davon sind im Material seiner Publikationen angeführt und beschrieben worden.

Die Präsentation des angekauften Materials für die Freunde des Naturhistorischen Museums erfolgte am 17. Oktober 2013 im Rahmen einer speziellen Führung durch die Räume der Herpetologischen Sammlung. Es führten der Sammlungsleiter Dr. Heinz Grillitsch und der ehem. Sammlungsmanager Richard Gemel.


Foto: Silke Schweiger


mehr... (Fotos: Silke Schweiger)


Förderung des Forschungsprojektes Fürstensitz-Keltenstadt-Sandberg

Das Forschungsprojekt "Fürstensitz-Keltenstadt-Sandberg" wurde im Jahr 1995 von der Prähistorischen Abteilung des Naturhistorischen Museums Wien (wissenschaftliche Leiterin: Dr. Veronika Holzer) ins Leben gerufen. Seit 2003 wird das Forschungsprojekt auch vom Verein der Freunde des NHM Wien jährlich großzügig unterstützt. Dank der bisherigen hervorragenden Ergebnisse des Forschungsprojektes zählt Roseldorf heute zu den bedeutendsten keltischen Fundstellen Österreichs.

Die größte keltische Siedlung Österreichs liegt am Fuße des Sandberges, einer Anhöhe zwischen Roseldorf und Platt, und ist aufgrund zahlreicher Oberflächenfunde (darunter Gold- und Silbermünzen) bereits seit Anfang des 18. Jhs. bekannt. Die zahlreichen Münzfunde machen diese Siedlung auch zur münzreichsten keltischen Siedlung in Österreich. Einige dieser Altfunde (z.B. der als Logo der Ausgrabung verwendete Gürtelhaken) wurden im Jahr 1935 von der Prähistorischen Abteilung des Naturhistorischen Museums Wien angekauft. Aufgrund der großen wissenschaftlichen Bedeutung der Siedlung wurde diese Fundstelle im Jahr 1991 unter Denkmalschutz gestellt. Internationale wissenschaftliche Beachtung erhält diese Siedlung vor allem durch die Entdeckung und Erforschung der einzigartigen Kultbezirke.

Beachten Sie auch die homepage des Forschungsprojektes:


Grabungsübersicht und Waffenensemble


Steindose aus „Kambamba-Stein“

Zu den besonderen Ankäufen des Jahres 2009 zählt eine 28 x 10 x 16 cm große Steindose mit Deckel aus einem interessanten Gestein, welches „Kambamba-Stein“ oder „Kambamba-Jaspis“ genannt wird und aus Madagaskar kommt. Die Dose wurde vom Steinschneider Axel Petry aus Bruchweiler nahe Idar Oberstein in Deutschland gefertigt. Bei dem Gestein handelt es sich um einen hellgrünen alkalischen Vulkanit mit Quarz, Albit und Klinopyroxen. Die dunkelgrünen „Augen“ zeigen im Mineralbestand Quarz, Kalifeldspat und Amphibol. Im Handel gibt es Verwechslungen mit dem aus Mexiko stammenden „Eldarit“ oder „Nebula Stone“, ebenfalls ein Vulkangestein, welches allerdings hellgrüne „Augen“ auf dunklem Grund zeigt.

Für das Objekt, welches in der Dekorgesteinsvitrine ausgestellt wird, sollten ursprünglich unter den im Haus tätigen Baufirmen, Sponsoren gesucht wurden. Da das Sponsoring erfolglos blieb, erklärten sich die Freunden des NHM dankenswerter Weise bereit, das Objekt anzukaufen und der Mineralogisch-Petrographischen Abteilung als Geschenk zu überlassen.




Auswertung von Steingeräten aus der frühneolithischen Siedlung von Brunn am Gebirge (Prähistorische Abteilung des NHMW)

Die Bearbeitung der Keramik der ältesten Fundstelle (5700-5200 v. Chr.) der frühneolithischen Siedlung von Brunn am Gebirge (Niederösterreich) ist bereits abgeschlossen (FWF Projekt). Die Untersuchungen belegten die über 500 Jahre dauernde Entwicklung von der Starcevo-Kultur zur Kultur der Linearbandkeramik. Diese bäuerliche Kultur breitete sich später über ganz Europa aus. Die "Freunde des Naturhistorischen Museums" finanzieren teilweise ein Folgeprojekt zur Auswertung von Herstellungstechnik der Steingeräte und zur Klärung der Herkunft der Rohstoffe. Das Forschungsprojekt steht unter Leitung von OR Dozent DDr. Peter Stadler, Prähistorische Abteilung des NHMW.


Lamellen (kleine Klingen) aus Radiolarit von guter Qualität. Radiolarit ist ein kieseliges Gestein, das aus den Skeletten der Radiolarien auf Tiefseeboden entstanden ist. Dieses stammt großteils von Szentgál im Bakonywald nördlich des Plattensees in Ungarn.



Aus den Lamellen wurden diese Trapeze gefertigt, die in Sichelschäftungen eingesetzt oder als Pfeilspitzen verwendet wurden.



Die Verbreitung des Szentgál-Radiolarits (Inna Mateiciucová, 2009). Brunn liegt etwa 150 km von Szentgál entfernt.



Forschungsprojekt Phylogeographie alpiner Landschnecken (Erste Zoologische Abteilung des NHMW)

In einem vom Österreichischen Forschungsfonds (FWF) finanzierten und von den „Freunden des NHMW“ unterstützen dreijährigen Forschungsprojekt untersuchen Mitarbeiter des Naturhistorischen Museums und der Universität Wien alpine Schnecken auf genetische und morphologische Differenzierungen. Im Fokus der Untersuchungen stehen die Zylinder-Felsenschnecke, Haarschnecken und Tönnchenschnecken.

Als vor etwa 12.000 Jahren die weitflächigen Vergletscherungen in den Alpen aufgrund der Klimaerwärmung abschmolzen, wurden riesige neue Lebensräume frei, in die allmählich Pflanzen und Tiere wieder einwanderten. Ziel des Projektes ist eine Rekonstruktion der nacheiszeitlichen Besiedlung dieser Gebiete durch die untersuchten Schnecken. Dadurch wird unser Verständnis der Geschichte und Verbreitung der alpinen Fauna wesentlich erweitert.

Das Nachzeichnen der klimabedingten „Schneckenwanderungen“ ist nicht nur von akademischem Interesse, sondern kann auch helfen, Vorgänge des heute vieldiskutierten „Global Change“ besser zu verstehen. Das Forschungsprojekt steht unter Leitung von Dr. Elisabeth Haring, Erste Zoologische Abteilung des NHMW.


Die Arbeitsgruppe „Alpine Landschnecken“ am Gipfel des Waxriegels, Schneeberg, NÖ.



Zylinder-Felsenschnecke



Im Vereinsjahr 2008 wurden für die Mineralogisch-Petrographische Abteilung Ankäufe diverser Mineralien und Edelsteine aus Afghanistan und Pakistan subventioniert. Darunter der sogenannte "Balas-Rubin", ein Spinell aus Tadschikistan sowie ein Korund in Graphit aus einem neuen Vorkommen.




LL-Chondrit aus der Sahara

Das von den Freunden des NHMW angekaufte Stück ist ein Steinmeteorit, der in der nördlichen Sahara (vermutlich in Algerien) gefunden wurde.

Eine erste Untersuchung des Steins ergab, dass dieser ein „LL- Chondrit“ ist und somit zur mit Abstand seltensten Gruppe unter den „Gewöhnlichen Chondriten“ gehört. Neben der Seltenheit dieses Meteoritentyps sind es die für LL- Chondrite ungewöhnliche Größe des Steins (ca. 8,9 kg Masse) sowie seine Oberflächenbeschaffenheit (bereichsweise mit Schmelzrinde), die diesen Meteoriten zu einer außergewöhnlichen Besonderheit machen.

Der Stein ist sowohl ein attraktives Objekt für die Schausammlung als auch eine wertvolle Ergänzung der systematischen Meteoritensammlung des Naturhistorischen Museums.


Das 8,9 kg schwere Einzelstück des LL-Chondriten aus der nördlichen Sahara. Die Oberfläche des Meteoriten ist zum Teil mit schwarzer Schmelzkruste überzogen, die sich deutlich von der bräunlichen Grundmasse des Steins abhebt.



Apionidae-Sammlung von DI Wolfgang Suppantschitsch

Die Apionidae („Spitzrüssler“) Sammlung von DI Wolfgang Suppantschitsch (langjähriger freier Mitarbeiter der Käfersammlung, verstorben am 30. März 2008) ist wegen ihrer Einzigartigkeit und Aktualität von großer Bedeutung für Naturschutz und Wissenschaft.

Alle in der Sammlung Suppantschitsch vorhandenen Spitzrüssler (insgesamt ca. 14.500 Exemplare aus etwa 900 Arten und Unterarten, in der Hauptsache aus der paläarktischen Faunenregion stammend) sind vorbildlich präpariert, etikettiert, nach der aktuellsten Systematik zusammengestellt und von ihm selbst wie von anderen international anerkannten Spezialisten bearbeitet und determiniert. Schon seit mehreren Jahrzehnten wurde in Österreich keine vergleichbare Sammlung dieser Käferfamilie angelegt - die letzte war die wesentlich kleinere Apionidae-Sammlung von Schubert & Schubert, aufgebaut hauptsächlich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, in der ca. 400 Taxa in 5.600 Exemplaren vertreten sind.

Die in der Sammlung Suppantschitsch enthaltenen durchwegs aktuellen Funde vor allem aus Österreich machen sie zu einem wichtigen Datenfundus für Naturschutzfragen (FFH-Richtlinie der EU). Außerdem ist die Sammlung eine wichtige Ergänzung der historischen Sammlung des Museums, die in den letzten Jahren von W. Suppantschitsch selbst revidiert, mit der Sammlung Schubert vereinigt und neu aufgestellt wurde.


Paratypus von Aspidapion (s.str.) acerifoliae Suppantschitsch, 1993 aus Teneriffa / Kanarische Inseln


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Der Steinmeteorit Chergach

Chergach ist ein neuer Meteoritenfall aus Mali, der sich im Juli 2007 in der Grenzregion zu Algerien ereignete. In der Folge wurden nach diesem Ereignis rund 100 kg Material aufgesammelt, wobei der allergrößte Teil sehr rasch im weltweit vernetzten Meteoritenmarkt „verschwand“.

Der Meteorit wurde bereits wissenschaftlich untersucht und als H-Chondrit klassifiziert. Obwohl somit zur häufigsten Meteoritengruppe gehörend, weist Chergach einige Besonderheiten auf. So zeigt er zum Beispiel in seinem Inneren ein sehr interessantes Gefüge, das darauf schließen lässt, dass heftige Kollisionen im Asteroidengürtel sein Ausgangsgestein erheblich veränderten.

Dieses repräsentative Einzelstück von Chergach ist eine wertvolle Ergänzung und Bereicherung für die Meteoritensammlung des NHM.


Das 2,18 kg schwere Einzelstück des Steinmeteoriten Chergach, das vom den Freunden des NHMW für die Meteoritensammlung angekauft wurde. Ein Großteil seiner Oberfläche ist von einer für frisch gefallene Meteoriten charakteristischen grauschwarzen Schmelzkruste überzogen.



Persischer Türkis für die Edelsteinsammlung

Über eine Auktion des Dorotheums in Wien konnten die Freunde des Naturhistorischen Museums im heurigen Jahr aus Wiener Privatbesitz einen verzierten persischen Türkis ersteigern, der ein Pendant zu jenem Türkistalisman darstellt, den der Türkisschleifer und Kaufmann Mehdi Gassem aus Meshed (heute Masshad, Provinz Khorasan, Iran) Kaiser Franz Joseph, anlässlich dessen 80. Geburtstages, gewidmet hatte.

Im Saal IV, dem Edelsteinsaal, sind in der Seitenvitrine 121 einige ganz besondere Objekte aufbewahrt, darunter jener prachtvolle, himmelblaue, bearbeitete Türkis, von seltener Größe und Schönheit. Die reich verzierte Goldeinfassung, die in einer Reihe mit kleineren Türkisen besetzten Medaillons die Initialen des Kaisers, das persische Wappen und die Jahreszahlen 1914 und 1915 und in erhabenem Schriftzug einen vom Künstler verfassten Vierzeiler trägt, wird von der Kaiserkrone überragt.

Mehdi Gassem hatte damals offenbar noch mehrere Stücke in Wien in Umlauf gebracht. Denn etwa zur gleichen Zeit erhielt eine Wiener Hemden-Schneiderei mit Sitz in der Joanelligasse im 6. Wiener Gemeindebezirk in Dank und Anerkennung einen etwa halb so großen, wenn auch nicht so prachtvoll gefassten, aber dennoch ähnlich verzierten Türkis, der an der Rückseite die Aufschrift „No. 2“ trägt. Mehdi Gassem und angeblich auch der Schah von Persien, ließen hier Schneiderarbeiten durchführen. Bereits vor einigen Jahren wurde der Türkis von den betagten Schneiderinnen an einen Wiener Mineraliensammler weitergereicht. Aus diesem Besitz gelangte das Objekt nun zu einer Versteigerung.


Gegenstück zum Geschenk des persischen Kaufmanns Mehdi Gassem an den Kaiser Franz Joseph, erworben 2008 durch die Freunde des Naturhistorischen Museums, ausgestellt in der Vitrine 121 des Edelsteinsaals (Sall IV, NHMW).


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"Fossilienwelt Weinviertel" entsteht auf dem Teiritzberg

Fossilienwelt Weinviertel - Begegnung mit einem dramatischen Stück Erdgeschichte

Die Freunde unterstützen eine Grabungskampagne des NHMW im Korneuburger Becken. Auf dem Teiritzberg in Stetten schlummert ein 17 Millionen Jahre altes Austernriff. Weltweit ist diese Fossillagerstätte einzigartig und stellt das heute wohl am besten wissenschaftlich bearbeitete und dokumentierte Becken der Welt dar, das jede Menge erdgeschichtlicher Superlative birgt: die größte fossile Perle - das größte fossile Austernriff - die längste Riesenauster - den ältesten Gangesdelphin - die letzten europäischen Alligatoren…

Die gewaltige Vielfalt erlaubt eine äußerst detaillierte Rekonstruktion des Lebensraumes: Vor 16,5 Millionen Jahren, im frühen Miozän, war das Korneuburger Becken Teil einer lang gestreckten Flussmündung, in die ein tropisches Meer weit hineinreichte.

Mit einem völlig neuen, ambitionierten Ausstellungskonzept soll die Begegnung mit diesem dramatischen Stück Erdgeschichte interessierten Besuchern in einem Themenpark dauerhaft zugänglich zu machen.

Das Korneuburger Becken vor etwa 16,5 Millionen Jahren. Sümpfe, Insellandschaften, Altarme und schlammige Küstenstreifen kennzeichneten den Lebensraum. Zwei Hügelketten aus Flyschsandstein, die mit dichtem Tropenwald bedeckt waren, bildeten die Begrenzung. Während Nashörner, Elefanten, Flughunde und Hirschferkel die Regenwälder durchstreiften, lagen an den Ufern Alligatoren auf der Lauer. Delphine und Haie machten Jagd auf die zahlreichen Fische; träge Seekühe weideten in den Seegraswiesen des seichten Meeres.


"Spatenstich" für die Themenwelt "Fossilienwelt Weinviertel"


Ankauf des Meteoriten Bassikounou (2007)

Bassikounou ist ein beobachteter Meteoritenfall, der sich am Morgen des 16. Oktober 2006 im Südosten Mauretaniens ereignet hat. Nach Augenzeugenberichten wurde das Fallereignis von einer spektakulären Feuerballerscheinung begleitet. Bereits kurz nach dem Fall wurde von einem Einheimischen ein über 3 kg schweres Stück des Meteoriten aufgesammelt. Insgesamt wurden mehr als zwanzig Einzelstücke mit einer Gesamtmasse von rund 46 kg gefunden. Der Steinmeteorit Bassikounou gehört zur großen Gruppe der "Gewöhnlichen Chondrite" und wurde als H-Chondrit klassifiziert.

Der von einem Wiener Meteoritenhändler erworbene Meteorit ist eine wertvolle Ergänzung und Bereicherung für die Meteoritensammlung des NHM.

Das 2,2 kg schwere Einzelstück des Steinmeteoriten Bassikounou, das vom Verein der Freunde des NHMW für die Meteoritensammlung angekauft wurde. Die Oberfläche des Meteoriten ist von einer für frisch gefallene Meteoriten charakteristischen grauschwarzen Schmelzkruste überzogen



Ankauf eines Topases und eines Kunzits (2005)

Die Freunde finanzierten den Ankauf eines Topases aus Pakistan und eines Kunzits aus Afghanistan für die Mineralogische Sammlung.

Topas, Apaligon, Braldu, Pakistan, 107 ct


Kunzit, Afghanistan, 44.9 ct


Ankauf eines Moldavits (2005)

Bei einer Grabung des Instituts für Paläontologie der Universität Wien wurde 2003 ein einmaliger Fund zu Tage gefördert. In 14 Millionen Jahre alten Meeresablagerungen von Immendorf in Niederösterreich lag zwischen den fossilen Schalen von Muscheln und Schnecken ein grüner Glastropfen. Chemische Analysen ergaben, dass es sich um einen Moldavit handelt, ein beim Aufschlag eines Meteorits (Impakt) aufgeschmolzenes irdisches Gestein, hochgeschleudert und im Flug zu Glas erstarrt. Moldavite eignen sich durch Farbe, Härte, Reinheit und Seltenheit zur Schmuckherstellung. Die im Unterdruck entstehenden Gasblasen und die unverkennbaren Fließstrukturen im Inneren sowie seine beeindruckende Oberflächenskulpturierung machen diesen Fund zu einem wertvollen Ausstellungsobjekt. Der Name Moldavit leitet sich von Streufeldern an der Moldau (lat. moldavia) in der Tschechischen Republik ab. Den Ankauf dieses für Österreich außergewöhnlichen Stückes finanzierten die "Freunde des NHMW".

Der Moldavit von Immendorf


Ankauf einer Probe vom Meteoriten St. Aubin (2004)

Der Ankauf einer Probe des Meteoriten St. Aubin wurde durch die "Freunde des NHMW" gefördert. Die Analyse dieser Probe ist Gegenstand eines vom FWF geförderten Projekts zur Erforschung chemisch differenzierter Meteoriten. Erste Ergebnisse der Untersuchung der Einschlüsse im Metall zeigten bereits, dass die Eisenmeteoriten eine späte Bildung nach der Entstehung der Steinmeteoriten sind. Eine Entstehung, wie es das zurzeit populäre Modell mittels schmelzflüssiger Trennung von Metall und Silikat vorsieht, kann aufgrund der bisherigen Analyse definitiv ausgeschlossen werden.

Probe vom Meteorit St. Aubin


Ankauf einer Sammlung tropischer Schmetterlinge (2004)

2004 ist den Freunden des NHMW der Ankauf einer der größten und schönsten in Europa vorhandenen Sammlungen tropischer Schmetterlinge gelungen. Nach dem Tod des engagierten Privatsammlers und Forschers Christian Kincl sicherte die schnelle Reaktion der Freunde die Sammlung für das Naturhistorische Museum. Diese umfasst über 60.000 Präparate in mehr als 800 Sammlungsladen.

Durch ihren ästhetischen Charakter ist diese wissenschaftliche Sammlung auch für eine Ausstellung geeignet. Der wissenschaftlich wertvollste Teil ist die Südamerika–Sammlung, die allein so manche Museums–Sammlung übertrifft.

Passifloren-Falter der Gattung Heliconius


Ankauf eines Mosasaurier-Skelettes (2003)

Bei einem so spektakulären Angebot mussten wir einfach zugreifen! Dem Naturhistorischen Museum wurde ein komplettes Skelett eines Mosasauriers aus den USA angeboten. Ein Mosasaurier in dieser Qualität fehlte bisher in der Schausammlung unseres Museums. Das Präparat ist erstklassig: der Schädel besteht zu 98 % aus Originalknochen, das Rumpfskelett zu etwa 80 - 85 %. Der stolze Fund wurde in kreidezeitlichen Schichten von Kansas in den USA getätigt, das Skelett ist etwa 88 Millionen Jahre alt.
Der Vorstand der Freunde des Naturhistorischen Museums hat den Ankauf für das Museum beschlossen. Die Finanzierung war zum Großteil aus Rücklagen der "Freunde" gesichert. Zur Deckung der beachtlichen Kaufsumme von 52.500,-- USD haben wir unsere Mitglieder mittels Spendenaufruf um einen finanziellen Beitrag gebeten.

Mosasaurier-Skelett (Alter: 88 Millionen Jahre)

Am 2. September 2003 wurde das von den Freunden des NHM angekaufte Mosasaurier-Skelett dem Museum feierlich überreicht (Bild links). Rechts unser Präsident Gerhard Ellert mit Prof. Bernd Lötsch vor dem neu erworbenen Mosasaurier-Skelett.

Ankauf eines Modells einer Portugiesischen Galeere (2003)

Nur in seltenen Fällen gelingt es, Polypen und Quallen so zu präparieren, dass sie Schauzwecken genügen. Die Freunde des Naturhistorischen Museums haben ein Exemplar aus Kunststoff beim Modellbauer Ermano Bianchi aus Milano in Auftrag gegeben. Dieses Objekt zeigt das Tier naturgetreu in Farbe, Form und Größe und ist im Saal XXII zu besichtigen.

Modell einer Portugiesischen Galeere



Rekonstruktion eines jungpaläolithischen Jägers (2003)

Die projektierte Ausstellung der "Hominidenevolution" in der Anthropologischen Schausammlung unterstützten die Freunde mit dem Ankauf einer dermoplastische Rekonstruktion eines jungpaläolithischen Homo sapiens.
Präsentation am 16. 11. (siehe Vorträge)!

Rekonstruktion eines jungpaläolithischen Jägers Homo sapiens


Die Zahl der im Laufe der Jahre durch die "Freunde" getätigten oder geförderten Ankäufe ist groß. Ein besonders schönes Exemplar von Mene rhombea (Hochseefadenfisch) wurde mit finanzieller Unterstützung der "Freunde" neu präpariert. Zu bewundern ist er im Saal IX, Vitrine 11. Als weitere Beispiele aus den vergangenen Jahren seien hier das Urpferdchen, ein Plesiosaurier, ein Flugsaurier aus der Gattung Rhamphorhynchus und die Meteoritensammlung HUSS erwähnt. Auch für die Edelsteinsammlung konnten in den letzten Jahren bemerkenswerte Neuerwerbungen von den "Freunden" mitfinanziert werden: Ein ca. 20 cm hoher und ca. 1.4 kg schwerer Aquamarin aus Jajarkot District / Nepal ziert ebenso wie der 228 ct schwere, vermutlich größte bekannte geschliffene Pyrop (Granat) aus Sri Lanka oder Indien die rechte Tresorvitrine des Saales IV.


Subventionen von Forschungsprojekten und Forschungsreisen

Genetisches Monitoring österreichischer Braunbären

Die Freunde förderten im Jahr 2006 das Projekt "Genetisches Monitoring der Braunbären in den niederösterreichischen-steirischen Kalkalpen". Im Rahmen dieses Projektes, das seit sechs Jahren im Labor für Molekulare Systematik am NHM läuft, werden im Freiland gesammelte Haar- und Losungsproben untersucht. Mittels DNA-Fingerprinting - einer auch in der Kriminalistik eingesetzten Methode - werden die Proben einzelnen Bären zugeordnet. So kann die Entwicklung der Population mitverfolgt werden. Diese moderne Methode bietet den Vorteil, dass ohne jeglichen menschlichen Kontakt Informationen über Demographie und Verwandtschaftsbeziehungen dieser Wildtierpopulation gewonnen werden können. Das Projekt, aufgrund der Datenfülle einmalig in Europa, ist beispielhaft für Wiederansiedelungsvorhaben von Großsäugern (siehe auch "Kommissar DNA jagt den Ötscherbären" im Magazin "Das Naturhistorische" Ausgabe Frühling 2007).

Eine speziell für die Freunde geplante Exkursion führte im Juni 2007 in das Bärengebiet der niederösterreichisch-steirischen Kalkalpen.



Grabung am Kranawetberg

In den Jahren 2000 - 2002 unterstützten die Freunde die archäologische Grabung am Kranawetberg in Grub bei Stillfried an der March, damit die seit mehreren Jahren laufende Grabungskampagne weitergeführt werden konnte. Dieser Lagerplatz eiszeitlicher Jäger ist ca. 25.000 Jahre alt. Bisher wurden eine Behausung mit einer Feuerstelle und eine zweite Feuerstelle freigelegt. Mehrere Fundschichten zeigen, dass der Platz immer wieder aufgesucht wurde. Steinwerkzeuge, Schmuckschnecken und geschnitzte Knochenperlen sind aussagekräftige Fundobjekte dieser Grabung. Unsere Mitglieder hatten schon wiederholt die Möglichkeit, sich vor Ort über die Grabung zu informieren.

Schmuckschnecken und Schmuckperlen

Steinwerkzeuge

Feuerstelle


Biodiversitätsprojekt "Wasserkäfer Chinas"

Die "Freunde" unterstützen das geographisch umfassendste Biodiversitätsprojekt, das jemals in China durchgeführt wurde. Es wurde im Jahr 1992 von Mitarbeitern des Naturhistorischen Museums initiiert und bis heute erfolgreich fortgeführt. Die Erforschung der chinesischen Wasserkäfer gilt als größtes faunenkundliches Forschungsunternehmen. Zur Homepage des Projektes.

Ausgewählte Beispiele zur morphologischen Vielfalt der Wasserkäfer Chinas


Unterstützung von wissenschaftlichen Druckwerken

Die Würfelnatter Natrix tessellata (LAURENTI, 1768) im Südlichen Wiener Becken und am Alpenostrand (Niederösterreich)

Die "Freunde" subventionieren den Farbdruck einer Publikation über die Würfelnatter in der Zeitschrift Herpetozoa (Grillitsch et al. 2007). In der Arbeit wurde das Vorkommen dieser Art in ausgewählten Uferabschnitten von Gewässern im Südlichen Wiener Becken sowie am Alpenostrand (Niederösterreich) untersucht. Im Zuge dieser Erhebungen wurde auch eine Aufnahme der Lebensraumausstattung durchgeführt.

Abstract der Arbeit zum Download 


Rudolf Pöch - Ein Wissenschaftspionier

Der Verein der Freunde ermöglichte durch seinen Förderungsbeitrag die Transkription eines Teiles der Korrespondenzbücher, die Rudolf Pöch auf seinen Reisen nach Papua Neuguinea und Südafrika angefertigt hatte (Durchschläge seiner Briefe an Freunde, Familie und Kollegen in aller Welt).
Rudolf Pöch (1913 zum Ao.Univ.-Prof. ernannt) begründete die erste Lehrkanzel für Anthropologie in Österreich und hat nicht nur als "Medienpionier" seine Spuren in der Anthropologie und Völkerkunde hinterlassen. Der Erforschung seines Wirkens ist Thema des FWF-Forschungsprojektes "Rudolf Pöch - Ein Wissenschaftspionier" (Projektleitung: Univ.-Prof. Dr. Maria Teschler).


"Beiträge zur Entomofaunistik", Band 7, 2006

Vom 1. bis 4. September 2006 hat am Naturhistorischen Museum das "32. Treffen der Arbeitsgruppe Mitteleuropäischer Heteropterologen" am Naturhistorischen Museum stattgefunden. Im Band 7, 2006 der "Beiträge zur Entomofaunistik" (Herausgeber: Österreichische Gesellschaft für Entomofaunistik am NHMW) ist ein umfangreicher und bunt illustrierter Bericht der Fachtagung, mit Zusammenfassungen der Fachvorträge und ausführlichem Exkursionsbericht, erschienen. Die "Freunde des Naturhistorischen Museums" haben die Druckkosten für diesen Beitrag übernommen.


Flora von Nordtirol, Osttirol und Vorarlberg

Polatschek A. (1997 - 2002) 215 x 303 mm, 5 Bände, zu beziehen über: http://www.nhm-wien.ac.at/d/verlag.html Die Druckkosten wurden von den "Freunden" übernommen.


Die Säugetierfauna Österreichs

Spitzenberger F. (2001), Grüne Reihe des BMLFUW Band 13, 895 Seiten.
ISBN 3-85333-063-0
Die Druckkosten wurden von den "Freunden" mitfinanziert.


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